SOLon für Gründächer?
- Martin Schmal
- 2. Mai 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Dez. 2025
SOLon ist ein vertikales Photovoltaik-System, das speziell für Gründächer entwickelt wurde. Besonders bei den zunehmend von Kommunen ausgeschriebenen Gründachflächen ermöglicht SOLon eine effiziente und regelkonforme Kombination aus Dachbegrünung und Solarstromerzeugung.

1. Kann man Photovoltaik auf einem Gründach installieren?
Ja, Photovoltaik kann grundsätzlich auf einem Gründach installiert werden. Voraussetzung ist, dass PV-System und Dachbegrünung konstruktiv aufeinander abgestimmt sind. Ein Gründach mit PV gilt als sogenanntes Nutzdach und erfordert deshalb eine durchdachte Planung hinsichtlich Statik, Vegetation, Wasserführung und Wartung. Standard-Flachdachsysteme sind nicht automatisch geeignet. Spezielle Solar-Gründachsysteme stellen sicher, dass sowohl die Stromerzeugung als auch die Begrünung langfristig zuverlässig funktionieren.
2. Ist ein Gründach mit Photovoltaik erlaubt?
Ja. Gründächer mit Photovoltaik sind in Deutschland rechtlich zulässig und werden vielerorts sogar gefördert oder planerisch bevorzugt. Es existiert kein Verbot, vielmehr gelten allgemeine Bau-, Statik- und Dachrichtlinien. Maßgeblich sind u. a. Vorgaben aus Landesbauordnungen, geltende Normen sowie Empfehlungen von Verbänden wie BuGG. Entscheidend ist eine fachgerechte Planung, insbesondere bei Lasten, Brandschutz, Entwässerung und Wartungszugang.
3. Was ist ein Solar-Gründach?
Ein Solar-Gründach ist die integrierte Kombination aus Dachbegrünung und Photovoltaikanlage auf derselben Fläche. Ziel ist die doppelte Nutzung des Daches: ökologische Funktionen wie Regenwasserrückhalt und Kühlung sowie die Erzeugung von Solarstrom. Im Gegensatz zur getrennten Aufteilung („halb PV, halb Grün“) wird das Dach als Gesamtsystem betrachtet. Solar-Gründächer gelten als besonders nachhaltige Dachlösung für Städte, Gewerbe und kommunale Gebäude.
4. Welche Vorteile hat Photovoltaik auf einem Gründach?
Photovoltaik auf einem Gründach verbindet Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Solaranlage erzeugt CO₂-freien Strom, während die Begrünung das Gebäude kühlt, Regenwasser zurückhält und die Dachabdichtung schützt. Studien zeigen außerdem, dass Gründächer die Modultemperatur senken können, was sich positiv auf den Wirkungsgrad auswirkt. Zusätzlich erfüllen Solar-Gründächer häufig kommunale Auflagen und steigern den Nachhaltigkeitswert von Immobilien.
5. Welche Photovoltaik-Systeme eignen sich für Gründächer?
Für Gründächer eignen sich speziell entwickelte PV-Systeme, die Vegetation, Pflege und Statik berücksichtigen. Wichtig sind ausreichende Abstände zur Begrünung, ballastierte Konstruktionen ohne Dachdurchdringung und eine wartungsfreundliche Anordnung. Klassische schräg aufgeständerte Systeme können funktionieren, erfordern aber hohe Planungsdisziplin. Vertikale PV-Systeme sind konstruktiv besonders gut geeignet, da sie viele typische Gründachprobleme vermeiden.
6. Ist vertikale Photovoltaik für Gründächer sinnvoll?
Ja. Vertikale Photovoltaik ist für Gründächer besonders sinnvoll, da sie die Dachbegrünung nicht verschattet und ein gleichmäßiges Mikroklima auf dem Dach ermöglicht. Pflanzen können gleichmäßig wachsen, Wartung bleibt einfach und die PV-Module bleiben frei von Bewuchs. Zudem erzeugt vertikale PV ein Ost-West-Ertragsprofil, das für Eigenverbrauch, Lastverteilung und Netzdienlichkeit vorteilhaft ist – insbesondere in urbanen Gebieten.
7. Was ist der Unterschied zwischen konventioneller und vertikaler PV auf Gründächern?
Konventionelle PV-Systeme werden schräg aufgeständert und verschatten Teile des Gründachs. Dadurch entstehen unterschiedliche Feuchte- und Wachstumszonen sowie ein höherer Pflegeaufwand. Vertikale PV-Systeme stehen hingegen senkrecht, lassen das Dach gleichmäßig offen und trennen Vegetation klar von der Modulfläche. Das reduziert Verschattungsrisiken, vereinfacht die Pflege und erhöht die Planungssicherheit – insbesondere bei langfristigen Gründachkonzepten.
8. Kann die Begrünung PV-Module verschatten?
Ja, bei ungeeigneten Systemen ist Verschattung eines der häufigsten Probleme. Besonders bei konventionellen Anlagen können Pflanzen zwischen den Modulreihen hochwachsen. Ohne regelmäßige Pflege kann dies die Stromproduktion erheblich reduzieren. Geeignete Solar-Gründachsysteme setzen daher auf definierte Abstände, klare Trennung von Modulfläche und Vegetation oder vertikale Modulkonzepte, bei denen pflanzenbedingte Verschattung konstruktiv ausgeschlossen ist.
9. Beeinflusst ein Gründach den Ertrag einer Photovoltaikanlage?
Ein Gründach kann den Ertrag positiv beeinflussen. Durch Verdunstungskühlung bleibt die Umgebungstemperatur niedriger, was die Leistung der PV-Module stabilisiert – insbesondere im Sommer. Entscheidend ist jedoch die Systemwahl: Schlechte Planung oder Verschattung durch Pflanzen kann den Ertrag mindern. Gut abgestimmte Solar-Gründachsysteme ermöglichen einen stabilen, langfristigen Ertrag bei gleichzeitigem ökologischem Mehrwert.
10. Welche statischen Anforderungen gelten für PV auf Gründächern?
Solar-Gründächer erfordern eine zwingende statische Prüfung, da zusätzliche Lasten durch Substrat, Vegetation, Wasser und die PV-Anlage entstehen. Relevant sind Eigengewicht, Wassersättigung, Schnee- und Windlasten. PV-Systeme sollten ballastiert und statisch nachgewiesen sein, vorzugsweise gemäß DIN EN 1991-1-4. Die Standsicherheit wird projektspezifisch berechnet und ist Teil jeder fachgerechten Planung.
11. Welche Vorschriften und Richtlinien gelten für Gründach-Solar?
In Deutschland gelten keine speziellen Gesetze ausschließlich für Solar-Gründächer, jedoch klare fachliche Leitlinien. Besonders relevant sind die Richtlinien des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) und des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). Sie empfehlen ausreichende Abstände, keine Dachpenetration, frühzeitige Gewerke-Abstimmung und geeignete Vegetation. In Österreich regelt die ÖNORM L 1131 Solar-Gründächer explizit.
12. Für welche Gründächer ist das SOLon-System geeignet?
Das SOLon-System wurde speziell für Gründächer entwickelt und eignet sich besonders für extensive und semi-intensive Begrünungen. Durch den definierten Bodenabstand bleibt ausreichend Raum für Pflanzenwachstum und Pflege. Die vertikale Modulaufstellung verhindert Verschattung, das System ist ballastiert und statisch geprüft. SOLon wird vor allem auf kommunalen, gewerblichen und urbanen Dachflächen eingesetzt, bei denen Nachhaltigkeit und Planungssicherheit gefordert sind.
Fazit: Mehrfachnutzung wird zum Standard
Die Zukunft nachhaltiger Gebäude liegt in der Mehrfachnutzung von Dachflächen. Gründach und Photovoltaik ergänzen sich – wenn sie systemisch gedacht werden.
Vertikale Lösungen wie SOLYCO SOLon zeigen, dass Klimaschutz und Klimaanpassung keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken können. Dächer werden damit nicht nur zu Energieerzeugern, sondern zu aktiven Bausteinen für lebenswerte, resiliente Städte.


