Winterstrom-Effekt bei vertikalen PV-Systemen auf Gründächern
- Martin Schmal
- 13. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Warum vertikale Photovoltaik im Winter besonders effizient ist

Vertikale PV-Systeme auf Gründächern erzeugen im Winter deutlich mehr Strom als klassisch geneigte Solaranlagen.
Dieser sogenannte Winterstrom-Effekt macht vertikale Photovoltaik zu einer besonders attraktiven Lösung für Gebäude, bei denen Wintererträge, Netzstabilität und Eigenverbrauch im Fokus stehen.
Gerade im Zusammenspiel mit Gründächern entfalten vertikale PV-Systeme ihr volles Potenzial.
Was ist der Winterstrom-Effekt bei vertikaler Photovoltaik?
Der Winterstrom-Effekt beschreibt die Eigenschaft senkrecht (90°) montierter PV-Module, in den Wintermonaten relativ höhere spezifische Stromerträge (kWh/kWp) zu liefern als geneigte Dachanlagen.
Warum sind vertikale PV-Systeme auf Gründächern im Winter überlegen?
1. Niedriger Sonnenstand im Winter (Mitteleuropa)
In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht die Sonne im Winter sehr flach. Klassische Dachanlagen mit 20–30° Neigung werden dabei suboptimal angestrahlt.
Vertikale PV-Module hingegen treffen den Einstrahlungswinkel nahezu ideal.
2. Albedo-Effekt: Reflexion auf Schnee und Gründächern
Schnee reflektiert bis zu 80–90 % des einfallenden Lichts.Vertikale bifaziale PV-Module können dieses reflektierte Licht auf der Rückseite aktiv nutzen.
Auch Gründächer verstärken diesen Effekt:
helle Substrate
Vegetation im Winter
gleichmäßige Reflexion
3. Keine Schneeauflage auf vertikalen Modulen
Ein entscheidender Vorteil im Winterbetrieb:
Geneigte Module → Schneebedeckung, Ertragsausfall
Vertikale Module → keine Schneeansammlung
Anlage bleibt auch nach Schneefall sofort aktiv
Warum ist Winterstrom heute besonders relevant?
Der Energiebedarf steigt im Winter stark an durch:
Wärmepumpen
elektrische Heizsysteme
Beleuchtung
zunehmende Elektrifizierung von Gebäuden

Vertikale PV auf Gründächern: Mehr als nur Strom
Die Kombination aus Gründach + vertikaler Photovoltaik bietet zusätzliche Vorteile:
keine Flächenkonkurrenz zwischen PV und Begrünung
verbesserte Dachökologie
geringere Auflast
bessere Kühlung der Module im Sommer
architektonisch integrierbar


